Stadtkantine

METROPOLENHAUS am Jüdischen Museum

Ein interkulturelles Mosaik

Benita Braun.Feldweg

Vorgestellt von:
Benita Braun-Feldweg

bfstudio-Architekten

Keyfacts

Projektdauer: 2011-2018

Gewinner Deutscher Städtebaupreis 2020

#10

Verantwortung übernehmen durch Querfinanzierung und Kuration

Das Team von bfstudio-Architekten, haben die Doppelrolle als Bauherr:innen und Architekt:innen bei der Gestaltung der Metropolenhäuser inne. Die ganzheitlichen und mehrdimensionalen Nutzungskonzepte des Teams, spiegeln sich in dem Metropolenhaus Am Jüdischen Museum wieder.

Mit einer Querfinanzierung des „aktiven Erdgeschosses“ des Metropolenhauses folgen die bfstudio-Architekten dem Motto „Sozialverpflichtung durch Eigentum“: Die Eigentümer:innen der Obergeschosse finanzieren das „aktive Erdgeschoss“ anteilig mit. Den Eigentümer:innen wird somit Verantwortung für das „aktive Erdgeschoss“ übertragen. Das aktive Erdgeschoss bietet Freiräume für verschiedene Nutzungen und vereint somit verschiedene nicht-kommerzielle temporäre (kreative) Projekte sowie Gastronomie- und Gewerbeflächen für die Nachbarschaft.
Die Kulturplattform feldfünf kuratiert die temporären Projekträume, die 40 % der Fläche im Erdgeschoss ausmachen. Feldfünf übernimmt die essentielle Rolle als Kurator:in oder auch Kümmer:in, die für unserer Städte von Bedeutung sind und Verantwortung für die Bespielung, der sich immer im Wandel befindenden innerstädtischen Flächen, übernommen werden kann.
Im Erdgeschoss überlagert sich der öffentliche und der private Raum durch die Gestaltung des Gartens und die Offenheit der Räume zwischen den Räumen der kreativen Projekte sowie der privaten Räume.

Das Metropolenhaus wurde im Jahr 2020 unter anderem für den deutschen Bauherrenpreis und den deutschen Städtepreis ausgezeichnet und überzeugte damals in einem Konzept-Vergabeverfahren.

 

 

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Best-Practice-Beispiel: METROPOLENHAUS am jüdischen Museum

Lessons Learned aus der Stadtkantine #10

Verantwortung durch Co-Finanzierung
das Konzept der Co-Finanzierung nach dem Motto „Privateigentum finanziert Gemeinwohl“ fördert Verantwortung auf Seiten der Finanzierer:innen. Sie sind nicht nur Käufer:innen, sondern selbst Teil eines Konzeptes.

Das Schaufenster als Verbindungsorgan
Die Geschäfte in den Innenstädten sind in Zeiten von Covid-19 leer. Die Schaufenster können jetzt als maßgebliches Verbindungsorgan, z.B. in Form einer Ausstellungsfläche, zwischen dem Innen und dem Außen dienen.

Das Quartier als wichtigste Ressource
Die Nachbarschaft ist ein zentraler Anknüpfungspunkt bei der Gestaltung von (Innenstadt-)Flächen. Hierbei ist es von Bedeutung Orte der Begegnung zu schaffen, die während des
gesamten Prozesses dem Austausch und der Vernetzung dienen. Vor allem die Kinder einer Nachbarschaft stellen ein zentrales Verbindungselement dar und sollten als Gestalter:innen ihrer Nachbarschaft wahrgenommen werden.

Kurator.innen sind essentiell für unsere Städte
Da unsere Städte stetig im Wandel sind, müssen die Veränderungen und Auswirkungen fortlaufend neu gedacht werden. Hier braucht es Menschen, die sich in dieser Rolle sehen und Verantwortung dafür übernehmen. Kurator.innen treten als Kümmer:innen unserer Städte auf.

Unabhängigkeit und Flexibilität durch die Erweiterung der eigenen Rolle
Die Erweiterung der eigenen Rolle als Planer:in fördert die Unabhängigkeit und die Geschwindigkeit der Umsetzung des Projektes. Zwar führt die Erweiterung der eigenen Rolle als bspw. Bauherr:in zu mehr Verantwortung, aber Abhängigkeiten von anderen Entscheidungsträger:innen werden reduziert und Prozesse nicht so schnell oder leicht ausgebremst.

Orte der temporären Nutzung müssen unterschiedlich genutzt werden können
Die Gestaltung der Freiräume als Orte der temporären Nutzung sollte möglichst neutral sein, um dem Wunsch nach Repräsentation der eigenen Gruppe im Raum zu entsprechen.

Konzeptorientierte Vergabeverfahren
Für mehr städtebauliche Qualität sollten Konzept und Darlegung eines Mehrwerts für das Quartier bei Ausschreibungen mindestens genauso hoch gewichtet werden wie der Preis. Dazu zählt auch die Verpflichtung zu einem ganzheitlichen Gestaltungsprozess, der nicht mit Fertigstellung einer Immobilie endet, sondern sich auch danach für die Bespielung der Flächen verantwortlich zeigt

Copyright/Fotos: bfstudio Architekten

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