Stadtkantine

Hamburger Ding

Vom Co-Working Space zum Cross Community Space

Jens-Michael Janssen

Vorgestellt von:
Jens-Michael Janssen

Imvest Projektentwicklung GmbH
Geschäftsführer

Keyfacts


Neueröffnung:  Frühjahr 2019

Reaktivierung einer leerstehenden Einzelhandelsfläche

#24

Mehr als nur Co-Working

Seit geraumer Zeit unterliegen ein Großteil der Innenstädte in Deutschland einem enormen Strukturwandel. Sowohl das Konsum- und Freizeitverhalten der Konsument:innen als auch die Art, wie wir arbeiten und Handel betreiben verändert sich. Die noch andauernde Corona Pandemie hat diese Tendenzen noch weiter verschärft. Unter diesen Einflüssen leiden vor allem Innenstädte und Stadtteilzentren. Leerstände oder Funktionsverlust sind zentrale Problemstellungen. Großimmobilien in zentralen Lagen haben besonders zu kämpfen. Das „Hamburger Ding“, welches sich im Herzen  St. Pauli´s in direkter Nähe zur Reeperbahn befindet, zeigt eindrucksvoll, wie man solche leerstehenden Großimmobilien zu neuem Leben erwecken kann, indem man durch einen Cross Community Space eine breite Zielgruppe anspricht. Das „Hamburger Ding“ wurde 2019 im ehemaligen Möbel Brandes Gebäude, welches sich durch vorherigen langen Leerstand auszeichnete eröffnet. Der Cross Community Space bietet Räumlichkeiten für Co Working, Meetings/ Events, Sport/ ESport, Produktion/ Podcasts und Gastronomie. Diese Vielfalt an unterschiedlichen Nutzungen spricht verschiedenste Altersklassen von jung bis alt an und sorgt für eine konstante Belebung der Immobilie. Doppel- und Mehrfachbelegung spielt dabei eine große Rolle.

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Best-Practice-Beispiel: "Hamburger Ding"

Lessons Learned aus der Stadtkantine #24

Großimmobilien als Chance

In den letzten Jahren sind vor allem Großimmobilien in zentralen Lagen in Schieflage geraten. Bei diesen handelt es sich oftmals um stadtprägende und identifikationsstiftende Gebäude, dessen Strahlkraft für künftige Nutzungen und die Belebung der Umgebung sich zu eigen gemacht werden kann.

Nach Co-Working folgt der Cross Community Space

Das „Hamburger Ding“ bietet ein breites Angebot von unterschiedlichen Nutzungen, darunter Flächen für Co-Working, Meetings, Events, (E)sport, Produktion von Podcasts und Gastronomie. Die Vielfalt soll möglichst alle Altersgruppen und Berufsklassen ansprechen, ein möglichst heterogenes Klientel in die Städte bringen und innerstädtische Lagen reaktivieren. Die unterschiedlichen Themen sollen Möglichkeitsräume für Nutzer:innen aufzeigen aber keinen Zwang oder Verpflichtungen auslösen.

     Mehrfachnutzung, Doppelbelegung und breites Angebot:

    Das vielfältige Angebot des Cross Community Spaces ermöglicht ein schnelles Anpassen an gesellschaftliche Trends und aktuelle Geschehnisse. So konnte beispielsweise in Phasen, in denen sich die Corona Pandemie verschärfte, der Anteil von Co-Working Spaces vergrößert und die Eventnutzung zurückgefahren werden. Der modulare Aufbau des Gebäudes ermöglicht ebenso eine Doppelbelegung von verschieden Angeboten. Hiermit wird eine ganztägige Nutzung des Gebäudes erzielt und eine konstante Belebung von verschiedenen Nutzer:innengruppen ermöglicht. Außerdem kann durch die Modularität eine Übertragung auf andere Standorte, größeren oder kleineren Maßstabs, ermöglicht werden.

Mix aus zahlungskräftigen Mietern und vereinsähnlichen Strukturen

Der Mix aus einerseits großen zahlungskräftigen Unternehmen, welche beispielshaft Räumlichkeiten für Veranstaltungen buchen und einer jungen Zielgruppe, die niedrigschwellig und kostengünstig Gaming-Räume zum Esport nutzen können, sorgt einerseits für die Wirtschaftlichkeit des Gebäudes, setzt gleichzeitig aber auch immer wieder neue Impulse.

 Ziel muss es sein einen guten Mix aus festen Mietern und freien Personen finden, sodass die Wirtschaftlichkeit gewährleistet ist aber gleichzeitig Raum für neue Impulse entsteht

Videowand zur besseren Außenwahrnehmung:

Eine digitale Videoleinwand hat sich für das „Hamburger Ding“ bewährt, um das Umfeld zu bespielen, Werbung für Veranstaltungen zu machen und mit diesen in der Öffentlichkeit aufzutreten. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass eine Genehmigung in vielen Gemeinden und Städten schwierig ist.

Kommunikation und Inszenierung der Räume von Anfang an mitdenken

Medien wie Instagram spielen bei der Gestaltung und Anordnung der Räume eine immer wichtigere Rolle. So sollten z. B. Selfie-Spots gezielt eingeplant werden, damit Nutzer:innen die Möglichkeit haben die Botschaft des Gebäudes als Multiplikator:innen in ihre Netzwerke und nach außen zu tragen.

Branding von Räumen

 Im „Hamburger Ding“ werden Räume gezielt nach den Herstellern benannt, welche die Flächen ausgestattet haben. Firmen profitieren gezielt von dieser Werbung, die Nutzer:innen im Gegenzug über neue und innovative Innenraum-Gestaltung und eine gesteigerte Aufenthaltsqualität.

Anbindung an den ÖPNV:

Die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr spielt für das „Hamburger Ding“ eine zentrale Rolle, da ein Großteil der Nutzer:innen die Immobilie mit Bus/Bahn oder mit dem Fahrrad erreichen.

Neue Modelle für die Betreiberschaft

Ein Unternehmensbereich der „Think United“ übernimmt die Betreiberschaft. Dadurch können weitereServices für die Nutzer:innen geboten werden, z.B Unterstützung bei der Eventplanung und umsetzung. Dieses Modell füllt eine Lücke, die jedoch nicht von jedem Projektentwickler eingenommen werden kann.

Netzwerken:

Möglichst früh vor dem Bau war es wichtig mit den lokalen Playern und  der Stadtmarketing GmbH ins Gespräch zu kommen und ein Netzwerk zu bilden um perspektivisch Partnerschaften zu erzielen. Hierbei geht es vor allem um zukünftige Nutzer:innen undMultiplikator:innen.
Schlanke Prozesse aus einer Hand ermöglichen eine schnelle Umsetzung
 Genehmigungsprozesse sollten von Seiten der Städte möglichst schlank und schnell gestaltet werden, dabei hilft ein frühzeitiger Austausch mit den Stadtverantwortlichen und Akteur:innen vor Ort

 


 

Copyright/Fotos: Home United Management GmbH

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